FrauKE - Frauen Kultur Erleben präsentiert: Nachwehen | Dorothee Wendt und Silvia Höhne

Theater
HEUTE: Donnerstag, 26. April 2018 19:00

Einfrieren der Einzellern, Kindergärten in Büros, Optimierung des Worklivebalance. Was opfern Frauen um für den Arbeitsmarkt flexible und attraktiv zu bleiben? Formt die Arbeitswelt den Menschen, oder der Mensch die Arbeitswelt? Wo hört betriebliche Fürsorge auf und fängt Kontrolle an? Wo hört berufliches Engagement auf und fängt Unterwerfung an?

In dem Zwei-Personen-Stück „Nachwehen“ werden einer Angestellten - sie hat ganz modern nur einen Vornamen: „Emma“ – in 13 Szenen von einer namenlosen Managerin die Regeln und geforderten Verhaltensweisen eines Unternehmens nahegebracht. Alles ist bedeutsam, nichts bleibt ausgespart. Auch das Private wird Unternehmenspolitik. Das Stück wirft Fragen auf und regt unweigerlich zur Diskussion an

Wir alle kennen die Nachrichten aus der schönen neuen Arbeitswelt: große Unternehmen der New Economy zahlen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen oder bauen ihren Angestellten eine eigene Stadt, mit Wohnungen, Fitnesscentern, Kindergärten und tatsächlich auch Büros. Atypische Arbeitsverhältnisse expandieren, Flexibilität ist angesagt. Gleichzeitig soll für den Arbeitnehmer von heute Arbeit auch der Sinnstiftung dienen, Mittel der Selbstverwirklichung sein. Die Grenze zwischen Privatleben und Arbeitswelt verschwimmen so immer mehr. Zeitgemäß kontrolliert und optimiert der moderne Mensch sich mit Hilfe smarter Technik selbst, denn Effizienz in allen Lebenslagen ist gefragt. Was noch fehlt vervollständigt der Coach, als der sich ein moderner Manager für die Mitarbeiter versteht, in direkter, möglichst wertschätzender Kommunikation

Das ist der Themenkomplex des Stücks „Nachwehen“, geschrieben von dem Engländer Mike Bartlett. Ursprünglich als „Love Contract“ 2007 zunächst als Hörspiel im BBC Radio 4 uraufgeführt, hatte es ein Jahr später dramatisiert unter dem Titel „Contractions“ im Londoner Royal Court Premiere.

Die deutsche Fassung von Lorenz Langenegger trägt den Titel „Nachwehen". Das lässt an die Nachwehen denken, mit denen derKörper die Rückbildung der Gebärmutter nach einer Geburt beginnt. Für uns weist der Titel neben dem Aspekt der Geburt eines neuen Arbeitnehmers, auch auf den typisch weiblichen Aspekt moderner Berufstätigkeit. Eine Schwangerschaft sollte gut geplant sein, denn mit der Entscheidung für ein Kind gerät die Karriere ins Stocken, und die Lohnschere öffnet sich.

Autor: Mike Bartlett

Regie: David Silber

Schauspielerinnen

Managerin: Dorothee Wendt

Emma: Silvia Höhne

Kontakte: Silvia Höhne/ www.ghost-reading.de

Dorothee Wendt / www.frauenstimmen.de

FOTOS: Gerhard Haug, foto_art_grafik Berlin

 

Abendkasse
12 €
Vorverkauf
10 €

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